Lokal in Döbling

Dass in seinem Namen Amor steckt, ist passend. Und auch, dass er sich auf Matador reimt: Der passionierte deutsche Koch mit den spanischen Wurzeln ist für seinen ausdrucksstarken Stil bekannt: die Stierhörner auf dem Initial unterstreichen es. Bereits zum dritten Mal darf er sich drei Sterne auf die Schürze drucken, womit er in Österreich übrigens der erste ist. Juan Amador fährt immer am Limit, erklärt der Maître. Was das heißt, sei hier erklärt. 

Amador Restaurant (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl

Interior

Die Location, in der sich das Sternespektakel abspielt, ist ein Kellergewölbe in Grinzing mit Blick auf die Fässer des Weinguts Hajszan Neumann. Runde, weiß eingedeckte Tische in Alleeform mit goldenen Tier-Skulpturen und von der Decke hängenden Keramikbruchstücken werden punktuell beleuchtet. Kräftige rote Akzente, wie Teppiche und Rosen brechen durch. Es läuft loungige Musik. Das Interieur schafft einen kreativen Kontrast zwischen Zurückhaltung und Zügellosigkeit, was sich auch in den Speisen widerspiegelt. 

Amador Restaurant (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl
Amador Restaurant (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl

Superior

Diese scheinen so, als würde der geradlinige deutsche Teil seine spanischen Ausbrüche bändigen: Bei den Gewürzen ist Amador ebenso wenig zurückhaltend, wie mit den Farben. Die Geschmäcker sind eigensinnig und Anleihen der Molekularküche sind sichtbar. Das Spiel mit Konsistenzen, Garzuständen und Temperaturen gerät nahezu außer Kontrolle. Die Kompositionen mit geometrischen Formen schaffen hier die nötige optische Ordnung. Als drei bis sieben Gang Menü oder à la carte wird Mittags, wie Abends gespeist. Ein Klassiker ist sein Laubfrosch, der mit dem Tier nur die Farbe und die Konsistenz teilt. Tatsächlich verstecken sich unter der glasigen knallgrünen Schicht Jakobsmuscheln und Herzbries. Eine Hommage an die roten Wände des Kellers sind die in Ziegelform gebrachte Tonkabohnen-Creme mit Himbeeren und Rote Rübe. Der Name des Desserts: Brick in The Wall. Aber nicht einfach nur ein weiterer in der Mauer der Gastronomie Österreichs, definitiv ein Meilenstein. 

Amador Restaurant (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl
Amador Restaurant (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl

STADTBEKANNT meint

In einem Döblinger Weinkeller in der Vorstadt leuchten die einzigen drei Michelin Sterne, die der österreichische Gastrohimmel zu bieten hat. Der stolze Koch heißt Juan Amador. Seine Kreationen strotzen vor Kraft und überzeugen mit einem gekonnten Zusammenspiel unterschiedlicher Parameter, die alle Sinne ansprechen. Einer der Klassiker ist sein Laubfrosch, der sich in kräftigem grün und glitschiger Optik präsentiert, aber eigentlich aus Jakobsmuschel, Petersilie und Herzbries besteht. Das Essen wird hier zu einem mehrgängigen Gesamterlebnis, das es übrigens möglichst ohne Kamera zu genießen gilt, denn auf Fotos in seinem Lokal würde Amador gerne verzichten.

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