Lokal im 18. Bezirk

Am Bischof-Faber-Platz in Gersthof wird eine neue Ära eingeläutet! Möge die Auferstehung des unscheinbaren Ecklokals gelingen!

Bim Bam

Mit dem Mittagsgeläut der Gersthofer Pfarrkirche öffnen unter der Woche auch die Türen des nach dem Platz benannten Lokals „Das Faber“. Der Standort hat schon einige Betreiber gesehen – eher minder erfolgreich, was vielleicht auch an den sporadischen Öffnungszeiten und dem einst düsteren Inneren lag. Diese Zeiten sollen nun aber vorbei sein. Marius Olariu, der auch schon in kulturellen Stätten (Werk X, Kunsthaus) gastronomisch tätig ist, will in seinem Grätzel jetzt reinen Tisch machen.

Das Faber (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl
Das Faber (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl

Sakral-Bau

Mehrere Schichten Boden wurden abgetragen bis die wieder im Trend liegenden Terrazzo Fliesen zum Vorschein kamen. Die dunkle Wand-Vertäfelung wurde entfernt. Und der imaginäre Heiligenschein wurde wieder poliert. Man befindet sich hier schließlich im Schatten eines christlichen Baus, was sich auch im Inneren wiederspiegelt, etwa durch das originelle Deckenfresko und die Spitzbogen-Fenster.

Das Faber (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl
Das Faber (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl

Würztechnisch

Kulinarisch setzt man auf Bekanntes und wenig Überraschendes. Wiener Schnitzel sind dabei, ebenso wie Curry und Burger. Der Pulled Beef Burger etwa wird mit Limettenmayo, eingelegtem Wurzelwerk, Salat und Pommes Frites oder Bratkartoffeln serviert. Die gebackenen Champignons vom Tagestellermenü waren knusprig und köstlich, hätten vielleicht nur ein wenig mehr Salz vertragen können. Ein bisschen mehr Pepp auf der Karte, vielleicht mit Bezug zum Klerikalen, wäre vielleicht auch ganz nett. Ich denke da etwa an das tägliche Brot kreativ interpretiert oder den Freitags-Fisch. Währing verträgt das schon.

Das Faber (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl
Das Faber (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl

Auf die Nachbarschaft

Aber vielleicht ist es hier auch einfach nicht so wichtig. Denn irgendwie ist das Faber schlicht, was es ist: ein Neighborhood-Lokal, das den Mittagshunger genauso stillt, wie den Durst nach Kaffee am Nachmittag und die Lust auf einen After Work Drink mit Freunden. Auch für Veranstaltungen lässt sich die Location mieten. Es hat sogar ein eigenes Kinderzimmer parat und auch Hunde sind willkommen, was im Familien-Bezirk wohl auch gut passt.

Das Faber (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl
Das Faber (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl

STADTBEKANNT meint

Einladend, ungezwungen und bodenständig ist das neue Ecklokal am Bischof-Faber-Platz, an dem schon so viele gescheitert sind. Klar, es muss erst gefunden werden, denn Laufkundschaft wird es hier wohl weniger geben. Aber der frische Wind hier tut gut. Es ist sympathisch, man bekommt hier Schnitzel und Curry, aber vor allem einen Raum außerhalb der eigenen Vier Wände zum unkomplizierten Zusammensein. Amen.

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