Lokal im 18. Bezirk

In Gersthof tut sich gastronomisch nicht viel. Umso interessanter also, dass sich ein Modul Absolvent nun also dieses Grätzel vorgenommen hat – mit einem All-Over-Gastro-Projekt, das passt!

 

Von der Sommerkantine zum All-Jahres-Projekt

Dass ein Modul Absolvent in der Gastronomie landet, ist mindestens genauso absurd, wie die Annahme, dass eine Kindergartenschulabgängerin einmal beruflich Kinder betreuen wird. Marcus Krapfenbauer hingegen beweist, dass die Ausnahme die Regel bestätigt. Während er sich nach Matura und BWL-Studium als Kantinen-Manager des Schönbrunner Bads, der Donaubrise an der Alten Donau und ab diesem Jahr auch in der Küche des Gänsehäufel-Buffets beweist, eröffnet er nun also auch noch ein Rund-Um-Gastro-Projekt in Währing.

Hollerkoch Lokal Tresen (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl
Hollerkoch Lokal Tresen (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl

Wie im Film Chocolat

Oh, wie waren wir versonnenen Vorstadtbewohner aus Gersthof neugierig, was da hinter den verdeckten Scheiben mit der verheißungsvollen Hollerkoch-Markise passieren wird – tut sich ja sonst nicht viel hier. Und auch nach wie vor pressen Passanten ihre Nasenspitzen an die sich spiegelnden Scheiben, was von innen, wo der Blick nach draußen klar gegeben ist, zu viel Schmunzeln am Tisch sorgt. Ja, man muss schon sagen, dass dieser Part Wiens nur allzu unterversorgt ist, was „g’scheite Gastronomie“ anbelangt.

Hollerkoch Lokal (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl
Hollerkoch Lokal (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl

Es gefällt

Grundsätzlich hat man also schon ganz gute Karten, wenn man in dieser Hot-Spot Wüste auch nur ein halbwegs vernünftiges Konzept an den Tag legt. Das Hollerkoch ist jedenfalls ein vielversprechender Kandidat. Rein optisch überzeugt das Lokal schon durch die hübschen weißen Vertäfelungen, die schönen farblich auf einander abgestimmten braunen Möbel, die kugeligen Lampen und die bombastische silberne Kaffeemaschine im Origami-Look. Und auch der Gastgarten kann was. Da reihen sich Tische unter einer Pergola eine kleine Anhebung hinauf. Demnächst kommt auch daran angeschlossen eine Bar!

Hollerkoch Beef Tartare (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl
Hollerkoch Beef Tartare (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl

Empfehlung.

Das Essenskonzept wird dem gerecht, was der nostalgische Name des Lokals verspricht. Die leicht modern interpretierte österreichische Küche passt zur Umgebung. Das Kalbsbutterschnitzerl mit Rote Rüben- Erdäpfelpüree bringt den Chef zwar zum Strahlen, trotzdem fällt die Wahl auf Beef Tartare und Gegrilltes Zanderfilet mit Bärlauchrisotto. So himmlisch, dass man gleich auch noch Lust auf eine Nachspeise hat – mit Hollerkoch versteht sich. Zur Auswahl stehen ein luftiger Kaiserschmarren oder ein Krapfen. Beides zu empfehlen. Und überhaupt eine Gesamt-Empfehlung – und zwar nicht, weil es sonst nichts besseres da gibt, sondern weil es hier wirklich ausgesprochen nett ist und gut schmeckt! Wie schön, dass sich auch manch’ ausgebildeter Gastronom in sein Feld traut!

Hollerkoch Krapfen (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl
Hollerkoch Krapfen (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl

STADTBEKANNT meint

Ein Neuzugang in Gersthof war schon längst einmal überfällig. Mit dem Hollerkoch hat genau das Lokal eröffnet, was hier noch gefehlt hat. Gute österreichische Küche mit modernem Zugang. Modern ist nicht nur die Speisekarte, sondern auch die Einrichtung. Eyecatcher ist die metallene Kaffeemaschine, die übrigens auch Indiz dafür ist, dass man hier gar nicht zwingend zum Essen herkommen muss, sondern hier auch einfach einmal am Nachmittag mit Laptop verbringen darf. Demnächst kommt auch eine Bar und damit ist das Hollerkoch ein feines All-Over-Gastro-Projekt, das passt!

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